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  • Fotograf: Roger Borgelid

Vom „Moses” zum Kapitän Calle

Als 16jähriger musterte er als „Moses” und Schiffsjunge an Bord der Schärenboote in Uddevalla an: seit elf Jahren steuert nun Kapitän Calle Thorell selbst mit sicherer Hand Boote durch den Schärengürtel der westschwedischen Küste von Bohuslän – und genießt jede Minute seines faszinierenden Arbeitsplatzes. So viel Zeit in dieser einzigartigen Umgebung auf dem Wasser und zwischen den Inseln zu verbringen, ist nur wenigen vergönnt.

—     Die Gewässer Nordströmmarna – wörtlich „Nordströme“ – sind unglaublich schön. Wir verkehren auf einem Kanal – jedoch von Mutter Natur selbst geschaffen, nicht von Menschen gebaut. Und die Natur ist hier unglaublich abwechslungsreich: Auf wunderschöne grüne, dicht bewachsene Ufer mit großem Tierbestand folgen 20 Minuten später karge, klassische Klippen und freies Wasser, berichtet Calle.

Calle ist in Lödöse geboren und aufgewachsen – einem kleinen Ort 40 km nordöstlich von Göteborg – einen Steinwurf entfernt vom Ufer des Flusses Göta Älv. Die Familie Thorell hat seit Generationen die Seefahrt im Blut – u.a. als Kapitäne, als Seenotretter und Fischer.

—     Schon als kleiner Junge schaute ich dem Kanalverkehr stundenlang fasziniert zu. Meine ersten Worte waren so auch „Boot” und „Lampe”, erzählt Calle.

Fotograf: Uddevalla Turism


Einstieg als „Moses“

Die Boote der Reederei Skärgårdsbåtarna verkehren in der Region seit dem 19. Jahrhundert. Angesichts dieser Voraussetzungen ist für einen bootbegeisterten Jüngling kaum vorstellbar, einen anderen Beruf als den nautischen zu wählen – schon als 16jähriger begann Calle daher seine Laufbahn als „Moses“ – etwas formeller würde man sagen: als „Decksjunge“. Calle kümmerte sich um die Passagiere an Bord, verkaufte Fahrkarten und vertäute die Schärenboote beim Anlegen. Bereits damals aber machte Calle bereits seine ersten „Schritte“ in Richtung Kommandobrücke.

—     Die Kapitäne überließen mir damals schon manchmal das Ruder. Einer von ihnen hatte Humor und scherzte: „Wenn du am Ruder stehst, kann ja nichts passieren“. Und dieser Gedanke ließ mir dann keine Ruhe mehr – ich dachte stets daran: „Oh, man kann ja hier eine Ausbildung machen – ein echter Traumberuf!“

Flexibilität ist alles

Die Schärenboote ”Skärgårdsbåtarna” machen Tagesfahrten durch den Schärengarten vor Uddevalla und verkehren bis ins weiter nördlich gelegene Ljungkile. Im Sommer (d.h. im Juli und in der ersten Augustwoche) laufen die Boote auch Smögen an (über Bassholmen und Lysekil) sowie die Insel Käringön (über Bokenäset). Darüber hinaus lassen sich die stolzen Boote auch für maßgeschneiderte Fahrten und Ausflüge buchen, z.B. für Konferenz-, Hochzeits- und Tanzfahrten. Obwohl an Bord Calle buchstäblich das Ruder in der Hand hat, springt er gerne ein und übernimmt auch andere Aufgaben.

-        Ich poliere ab und zu unsere Bestecke, mache Dienst in der Bar – z.B. in der Adventszeit, wenn wir an Bord das typisch schwedische Weihnachtsbuffet servieren. Mir macht es Spaß, dass die Arbeit an Bord so abwechslungsreich ist.

Abgesehen von einem so faszinierenden Arbeitsmilieu – was ist das Schönste an der Aufgabe als Kapitän der Schärenboote?

—     Ich mag es, wenn etwas Unerwartetes geschieht – und man sich besonders konzentrieren muss – bei schwerem Seegang oder wenn wir bei starkem Wind navigieren und vor allem anlegen müssen. Aber wir sind ein großartiges Team – ich arbeite mit mehreren Kollegen zusammen, seit ich 16 war. Und wir sind wirklich Freunde fürs Leben geworden, sagt Calle Thorell abschließend.

Meine fünf Lieblingsorte – Calle Thorell, Kapitän der Schärenboote „Skärgårdsbåtarna“

1. Bassholmen in den Gewässern von Nordströmmarna

—     Diese kleine Insel gehört zur Kommune Uddevalla, grenzt aber an die Insel Skaftö und Lysekil. Ein echter Geheimtipp, eine kleine Perle hier an der Küste. Niemand wohnt hier das ganze Jahr hindurch, es gibt aber ein kleines Gästehaus unserer Reederei, wo man sich z.B. für ein gemütliches Wochenende einmieten kann. Bassholmen besitzt ein sehr schönes Volkskunstmuseum mit Kunsthandwerk von der Küste. Das Café dort hat im Sommer täglich geöffnet und serviert leckere Waffeln. Dieser Küstenabschnitt ist zudem Naturschutzgebiet, wo es sich hervorragend paddeln lässt.

2. Pension Slussens Pensionat auf der Insel Orust

—      Hierher kommt man mit unseren Booten, die auf der Linie nach Ljungkile verkehren. Das Essen ist superlecker, man kann großartig baden, und es gibt unglaubliche Konzerte, die so „intim“ sind, dass man das Gefühl hat, als säße man mit auf der Bühne. Jedes Jahr treten einige der besten Musiker*innen Schwedens hier auf. Ich empfehle wirklich die Anreise mit unseren Booten und die Übernachtung in der Pension in Zusammenhang mit einem Konzert.

3. Inselgruppe Kosteröarna

—     Ich war neulich selbst wieder zum Wandern auf den Inseln. Die Natur der Inseln ist unglaublich: Sandstrände, Rollsteinhügel und frei weidende Kühe. Ich empfehle den Besuch kurz vor oder nach der Sommersaison – dann sind die Insel noch magischer, man hat sie fast für sich allein.

4. Badeort Gustafsberg, Uddevalla

—     Schwedens ältester Badeort mit langer, stolzer Geschichte. Seit Ende des 18. Jahrhunderts kommen Menschen hierher, um das frische Quellwasser zu trinken. Früher glaubte man, dieses mineralreiche Wasser könne alle möglichen Krankheiten kurieren. Wir laufen Gustafsberg täglich auf unserer Uddevalla-Linie an. Hier kann man viel Spaß haben: es gibt Pools im Freien, Beachvolleyball, und man kann im Kajak paddeln, nur um einige Beispiele zu nennen.

5. Lyckorna, Ljungskile

Auch dies ist ein schöner alter Badeort. Man erreicht Lyckorna einfach zunächst mit dem Zug aus Göteborg und danach mit dem Schiff. Hier liegt das fantastische Restaurant Musselbaren – die „Musc