Unser Park und der Kurort
Im 19. Jahrhundert, genauer gesagt in den 1870er-Jahren, wurde der Hjo Stadspark als Parkanlage für die Hjo Vattenkuranstalt AB angelegt. Eine Art damaliges „All-inclusive-Angebot“ mit Warmbadehaus, Behandlungsräumen, Gesellschaftssalons, Restaurants und Unterkünften. Wie schon damals ist der Park auch heute noch eine grüne Oase mitten in der Stadt, in der Einheimische und Besucher entspannen und Zeit miteinander verbringen.
KURZINFOS
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Angelegt: 1877
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Gartenarchitekt: J. J. Sterneman
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Auszeichnungen: Europa Nostra & denkmalgeschützt
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Eintritt: Freier Eintritt
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Geöffnet: Ganzjährig, täglich
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Kulturumfeld: Stadtpark
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Gartenstil: Deutsch
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Größe: 9 ha, 650 m lang, 100–300 m breit
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Öffentliche Toilette: JA
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Parkplätze: In unmittelbarer Nähe vorhanden
WIE ARBEITEN WIR MIT DEM PARK?
Das Gelände, auf dem sich der Park befindet, gehört der Gemeinde Hjo. Seit 2018 steht der Park unter Denkmalschutz, was bedeutet, dass alle Maßnahmen und Veränderungen im Park bei der Bezirksregierung Västra Götaland beantragt werden müssen.
Die Genehmigungen erfolgen auf Grundlage des schwedischen Kulturdenkmalschutzgesetzes und berücksichtigen dabei auch den Biotopschutz sowie besonders schützenswerte Bäume im Park.
Mit Ausnahme des Badehausgebäudes und des Baumbestands ist das Gebiet seit seiner Anlage im Jahr 1877 weitgehend unverändert geblieben. Die größte Veränderung besteht darin, dass die Seitenflügel, der hintere Anbau, die Veranden und Balkone des Warmbadehauses heute nicht mehr vorhanden sind. Die Wegeführungen sind größtenteils seit der Jahrhundertwende unverändert.
Als ersten Schritt zu einem langfristigen Baumpflegeplan hat die Gemeinde Hjo eine Inventarisierung aller Bäume im Park begonnen. Laut dieser Untersuchung müssen 31 Risikobäume gefällt werden. Die Arbeiten begannen im Jahr 2021, bislang wurden 13 Bäume entfernt. Die Pflege der Bäume wird fortgesetzt.
RENITA ÜBER DEN PARK
Renita ist verantwortlich für die Pflege der kommunalen Grünflächen, einschließlich des Hjo Stadspark. In ihrer Arbeit legt sie großen Wert auf Nachhaltigkeit. So wurden viele der Parkbeete umgestaltet und einjährige Pflanzen durch mehrjährige Stauden ersetzt, um langfristig nachhaltiger zu sein.
Auch bei der Unkrautbekämpfung setzt Renita auf umweltfreundliche Methoden. Die Wege werden mithilfe einer Wegekratte unkrautfrei gehalten, harte Flächen werden mit Heißwasser behandelt und in den Beeten wird Unkraut von Hand entfernt.
„Wir verwenden keine chemischen Pflanzenschutzmittel, und auch unser Dünger ist vollständig organisch“, sagt Renita.
Fotograf: Jesper Anhede
Die meisten Arbeiten im Park finden im Frühling und Sommer statt – dann hat der Park die meisten Besucher und soll sauber und gepflegt sein, genau wie zur Zeit der Kuranstalt. Im Spätsommer, im August, wird der nördliche Teil des Parks gemäht. Dies geschieht, um Sträucher und Unkraut zu entfernen, die sich sonst negativ auf das Meer aus Buschwindröschen auswirken würden, das im Frühjahr im nördlichen Parkteil blüht.
Invasive Arten stellen künftig eine Herausforderung dar. Pflanzen wie Japanischer Staudenknöterich und Gartensalat breiten sich zunehmend aus. Diese Arten stehen zwar nicht auf der EU-Liste invasiver Arten, rücken jedoch zunehmend in den Fokus.
„Die Gesamtheit und die Vielfalt sind das, was ich am meisten am Hjo Stadspark mag“, sagt Renita.
„Der Teil des Parks in Hafennähe ist strenger und geordneter mit seinen Pflanzungen und Gebäuden, während der nördliche Teil – den wir ‚Gamleparken‘ nennen – wilder und gleichzeitig sehr ruhig ist.“
„Es ist fantastisch, dass wir diese große Fläche mitten in der Stadt und direkt am Vätternsee haben. Gibt es einen solchen Ort sonst irgendwo in Schweden?“, fragt sie.
„Das ist Alltagsluxus, den wir nicht vergessen oder als selbstverständlich ansehen dürfen.“
AUSSTELLUNG ÜBER DEN PARK
Besuchen Sie die Ausstellung „Särdeles Sundt och Friskt“ im Kulturkvarteret, um mehr über den Kurort und die Geschichte des Parks zu erfahren.
DER PARK UND SIENE AUSZEICHNUNGEN
Die Auszeichnung Europa Nostra
Der Park gehört zu einem schwedischen nationalen Interessengebiet für den Kulturerhalt. Er ist außerdem Teil eines der Stadtviertel von Hjo, die im Jahr 1990 mit dem Europa-Nostra-Preis ausgezeichnet wurden.
Ein denkmalgeschütztes Ensemble
Im Jahr 2018 wurden der Park und seine Gebäude als erstes Baudenkmal von Hjo unter Schutz gestellt. Das bedeutet, dass das Gebiet gepflegt und instand gehalten werden muss, um seinen Charakter zu bewahren. Gebäude dürfen weder abgerissen, versetzt noch umgebaut werden, ohne die Genehmigung der Bezirksregierung.
„Der Stadtpark von Hjo und seine Gebäude sind heute vermutlich die am besten erhaltene Badeanlage im Landesinneren Schwedens. Die Bezirksregierung beurteilt den kulturhistorischen Wert als außergewöhnlich hoch“, sagt Mats Herklint, Leiter der Abteilung für Kulturerbe bei der Bezirksregierung Västra Götaland.
AKTIVITÄTEN IM PARK HEUTE
Wie schon früher ist der Park auch heute ein lebendiger Treffpunkt, an dem die Einwohner von Hjo gerne entspannen und Zeit in schöner Umgebung verbringen.
Hier spielen wir Tennis und Schach, besuchen das Outdoor-Fitnessstudio, gehen joggen, machen Picknick oder besuchen eines der Künstlerateliers. Wir bringen unsere jüngsten Familienmitglieder auf den Spielplatz, spielen Minigolf oder genießen eine gute Fika, ein Eis oder eine Mahlzeit.
Doch ganz gleich, was wir hier tun – es ist ein Ort, an dem wir zur Ruhe kommen und uns wohlfühlen.