Zurück zum Inhalt
({{search.Data.length}} Resultate)
{{settings.Localization.Data.SearchResult.EmptySearchResultSuggestion}}

Wir verwenden Cookies, schliessen Sie diese Mitteilung, um dies gutzuheissen. Mehr Information zeigen

{{settingsInstance.Localization.Data.Cookies.Title}}

  • The garden at Läckö Castle

Simons Schlossgarten lockt grüne Touristen

Wie sieht Simon Irvine den wachsenden Garten- und Parktourismus? Die internationale Gartenkultur bewirkt ganz klar ein wachsendes Interesse. Wir Garteninteressierte und Gärtner freuen uns jedes Mal, wenn wir uns mit Gleichgesinnten austauschen.

Schlossgarten und „Blumenaufruf“

Gärtnermeister und Designer Simon Irvine ist seit 30 Jahren verantwortlich für den Schlossgarten Lilla Slottsträdgården von Läckö Slott bei Lidköping. Er ist außerdem Autor, Fotograf und hat im Kundenauftrag Gärten in ganz Skandinavien gestaltet. In unseren Besuchsgärten können wir auch gemeinsam einen Blick hinter die Kulissen werfen, und im persönlichen Gespräch erfahren wir, was unsere Gäste inspiriert und interessiert.

- Der Garten ist eine kulturelle Aktivität – kein einfacher Ort – und man sieht in Europa immer mehr, dass Gärten und Parks immer mehr als Treffpunkte geschätzt werden. Das Thema Garten unterscheidet auch die Menschen in Westeuropa vom übrigen Europa – mit unseren besonderen Phänomenen und historisch gewachsenem Gartenbau. Natürlich gibt es klimatische Unterschiede, aber Gärtnermeister und Landschaftsarchitekten haben im Grunde die gleichen Ambitionen. Unter dem Strich ist das jeweilige Ergebnis geprägt von jedem Einzelnen sowie den geographischen Voraussetzungen.

  • The garden at Läckö Castle
  • Fotograf: Faramarz

  • An older man doing gardening at Läckö castle garden

    Fotograf: Faramarz

Die Landschaft der Vielfalt

Was definiert einen typisch westschwedischen Garten? Diese Frage lässt sich nicht einfach beantworten: Westschwedens dynamische Vielfalt ist vom einzigartigen Charakter der einzelnen Landschaft geprägt und umfasst praktisch alle Gewächszonen. Parkenthusiasten und Gartenliebhaber nennen dabei immer wieder den Coastline & Cottage Garden in Bohuslän, Woodland in Dalsland und Meadow in Västergötland. Sinnbild des westschwedischen Gartens sind die sommerlichen Weideblumen, das Gartengeißblatt, Rosen, bogenförmige Gänge von Fliedersträuchern sowie die robusten ausdauernden Pflanzen. Der Granitfels in Bohuslän und das Wasser sind ebenfalls natürliche Elemente vieler Gärten.

Was ist typisch für unsere westschwedischen Gärten?

- In Schweden stehen unsere sommerlichen Gärten im Mittelpunkt. Im Winter ist der Schlossgarten Lilla Slottsträdgården von Läckö daher auch mehr oder weniger verwaist, und im Zeitraum von März bis Oktober sind wir daher besonders eingespannt. Als Gestalter eines Gartens muss ich zunächst das jeweilige Klima, die Verfügbarkeit von Wasser und die Voraussetzungen in den geographisch recht unterschiedlichen Zonen Westschwedens beachten. In Bohuslän mangelt es an Wasser, daher muss man zusehen, dass Beete mit Pflanzen zwischendurch immer wieder trocknen. Daher würde ich persönlich immer Pflanzen wählen, die auch in dem salzigen Wind der Küste Bestand haben. 

- Je weiter östlich man von der Küste ins Landesinnere und in die Wälder Dalslands kommt, desto mehr Erde für den Gartenbau findet man vor. Hier gedeihen u.a. das Rhododendron, robuste ausdauernde Pflanzen, Rosen und ähnliches. Der Schlossgarten von Schloss Läckö i Lidköping liegt auf einer Anhöhe, aber der gesamte Vänern-See dient uns als Wasserspeicher, daher ist alles hier immer grün und fruchtbar.  Alles, was wir im Schlossgarten anbauen, wird in unseren Restaurants verarbeitet, wo die Gäste das Gemüse erst genießen, wenn es veredelt und angerichtet ist. Es ist Teil unseres Gesamtkonzepts, die Besucher*innen die Delikatessen der Gegen von Gutshöfen, aus den Seen und der Küste sowie aus unseren Wälder probieren zu lassen – direkt vor Ort!

Was sind die wichtigsten Komponenten Ihrer Kreativität?

- Ich arbeite mit dem, was zur Hand ist: mit dem Klima, der Erde, Stein- und Felsarten sowie den lokalen Pflanzen. Ich bin absolut kein „Bulldozer“-Designer, der große Fläche plattmacht, um etwas neues zu kreieren. Ich denke immer umweltbewusst. Meine Gärten sind seit jeher abhängig von menschlicher Präsenz und erfordern im Laufe der Jahre viel Pflege. Die Pläne für den Schlossgarten von Läckö entwickelte ich im Winter 1989 – und dieser Plan ist auf 50 Jahre angelegt – 30 Jahre davon sind gerade einmal geschafft!

  • Fotograf: Petter Magnusson

  • Food at Gunnebo Castle

    Fotograf: Happy Visuals

  • Fotograf: Lina Ikse Bergman

  • Fotograf: Eva S. Andersson

Welche „grünen Erlebnisse“ empfehlen Sie unseren Besucher*innen?

- Ich empfehle drei Anlagen, bei denen ich selbst engagiert bin oder war: Das Schloss Läckö Slott bei Lidköping, das Schloss Gunnebo Slott & Trädgård in Mölndal bei Göteborg sowie den Botaniska Trädgården in Göteborg.
Schließlich möchte ich von einem Buch berichten, das mir empfohlen wurde. Ich schlug es auf, und in der Einleitung hieß es „Die ersten Menschen hatten keine Gärten“… ich schloss daraufhin das Buch wieder. Hat man keinen Garten, ist man auch kein Mensch, lacht Simon.

Die grüne Schatzkarte

Die Vereinigung Svenska Trädgårdar i Väst (Schwedische Gärten im Westen) hat eine interaktive „Schatzkarte“ entwickelt, in der alle Parks und Gärten, die für Besucher*innen in Westschweden geöffnet sind, verzeichnet sind – ein digitales Guidebuch der Parks und Gartenanlagen. Die Plattform heißt „Trädgårdsresan“ (Gartenreise). Westschwedens Gärten und Parks finden Sie im Anschluss an Schlösser, Herrenhäuser und Höfe sowie in Garten- und in Kulturmilieus. Auf der Liste sind auch mehrere kleinere private Gärten verzeichnet. Sie können beispielsweise lecker in Rosen- und Obstgärten Kaffee trinken oder Mittag essen und anschließend in den vielen Hofläden und Handwerksgeschäften stöbern.