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  • Woodenhouse by a lake

    Fotograf: Jonas Ingman

Design-Guide Westschweden

Schwedisches Design ist geprägt von klaren Linien und hoher Funktionalität – ein Design-Konzept, das viele der renommiertesten Designer und Architekten Westschwedens immer wieder inspiriert hat. Aber dahinter steckt weitaus mehr! Zwischen den Zeilen sind Einfluss und Inspiration goldgelber, reifer Getreidefelder der weitläufigen Hochebenen, das funkelnde Blau der Küste und die Unberührtheit und der Zauber der unberührten Wildnis und endlosen Wälder zu spüren. Das ist schwedisches Design – mit einem westschwedischen Touch.

Schweden ist als Nation seit über 200 Jahren nicht in Kriege verstrickt gewesen. Schweden haben sich den Begriff des „Volksheims“ zu eigen gemacht, das Land strebt nach Funktionalität. Progressive Werte und Normen haben Schweden einen Lebensstil mit Erziehungsurlaub für Väter, klar getakteten Kaffeepausen am Arbeitsplatz sowie einen ungewöhnlich starken Glauben an die Kompetenz der Behörden und Verwaltung geschenkt.

Schweden ist auch stolz auf sein imponierendes Jedermannsrecht, das die Bevölkerung tiefer in der Natur verwurzelt als vielleicht jedes andere Land. Der Respekt der Schweden vor der Natur spiegelt sich auch in vielen Produkten, die immer wieder verwendet werden sollen – und eben nicht in eine Vitrine oder auf ein Regal wandern, geschweige denn auf den Müll. Gerade auch in der Natur finden wir Schweden den Großteil des Materials für unser Produkt-Design – Holz, Glas und Metalle.

Forrest bathing

All dies hat dazu beigetragen, schwedisches Design zu dem zu formen, was es heute ist – stilvoll, schnörkellos – in vielen Fällen ist Funktion Teil des Designs. Es besteht mit anderen Worten ein natürliches Gleichgewicht bei schwedischem Design – was ja auch kaum verwundert in dem so weitläufigen, aber von seinen Bevölkerungszahlen eher kleinen Land, das sich den Begriff „lagom“ – zu übersetzen etwa mit „genau richtig“ – an die Fahnen geheftet hat.

Treibholz als Inspiration für Volvo

Mehrere der größten Design-Exporte Schwedens haben ihren Ursprung in Westschweden, und daher zieht sich die einzigartige Natur Westschwedens wie ein roter Faden durch schwedische Export-Erfolge. Ein Blick auf Volvo genügt.

Bereits seit 1927 – in diesem Jahr verließ der erste Volvo das Werk in Göteborg – verzeichnet das westschwedische Unternehmen weltweit Erfolge für sein wegweisendes Design. Und dieser rote Faden ist leicht wieder zu erkennen – klare Linienführung, funktionelles Design, angepasst und inspiriert von schwedischer Natur. Als sich das Design-Team von Volvo an die Aufgabe machte, den neuen XC60 zu entwerfen, fuhr man so auch ans Meer, um sich dort Inspiration zu holen. Ergebnis: Holzeinlagen der Armaturentafel, deren Maserung an Treibholz erinnert. Im Volvo Museum in Göteborg können Sie die erfolgreiche Zeit- und Design-Reise der Volvo Group miterleben und verfolgen.

In Göteborg finden Sie auch eines der angesagtesten Geschäfte Schwedens für Design und Wohnen: Artilleriet. In der westschwedischen Metropole sind auch einige der Meisterwerke von Gert Wingårdh zu sehen – ein Architekt, der wahrlich keine Angst hat, aus erprobten Design-Trends auszuscheren und eigene Wege zu gehen: Beispiele sind das Wissenschafts-Museum Universeum oder das Zentrum Kuggen („Zahnrad“) am Lindholmen Science Park – letzteres zählt nicht nur zu den am meisten fotografierten Gebäuden Göteborgs, sondern sein einzigartes Design und die clevere Solaranlage machen dieses Haus, das zur Technischen Universität Chalmers gehört, zu einem Vorbild für Nachhaltigkeit und umweltverträgliches Bauen.

shop

Fotograf: ROBERT DAHLBERG

Naturnahe Architektur

Ein weiteres schillerndes Beispiel von Architektur, die große internationale Aufmerksamkeit findet, ist das Ausstellungszentrum Victoriahuset am Barockschloss Läckö – in der Nähe von Lidköping am Südufer des Vänern-Sees. Mit seiner robusten, rippenförmigen Holzfassade – inspiriert vom Schilf des Schärengartens an den Ufern des Vänern-Sees und von kantigem Treibholz – verschwindet das großartige Ausstellungszentrum Victoriahuset fast in der Natur seiner Umgebung.

view over Läckö Castle

Fotograf: Jonas Ingman

Auch „Muster-Guru“ Emma von Brömssen hat sich immer wieder von der Kulturlandschaft Westschwedens inspirieren lassen. Emmas Vater war ein renommierter Ornithologe – kein Wunder, dass die Designerin ihre Tapeten, Kopfkissenbezüge und Kaffeetassen mit spielerisch tanzenden Kranichen schmückt. Spielerische Leichtigkeit kennzeichnen auch die vielfach ausgezeichneten Möbel von Kunsttischler Staffan Holm, dessen Design niemanden unberührt lässt.

Fotograf: Anders von Brömssen

In Lidköping ist auch das berühmte Rörstrand-Porzellan zuhause – es umfasst romantische, verspielte und aus der schwedischen Natur inspirierte Service ebenso wie das fast majestätische Service, mit dem jedes Jahr bei der Verleihung der Nobelpreise im Stockholmer Rathaus gedeckt wird. In der Porzellanmanufaktur in Lidköping – Schwedens vielleicht kleinster – arbeitet Anna Elzer Oscarsson, die 2016 mit dem Lauritz Kunsthandwerkspreis ausgezeichnet wurde – für ihre nachhaltige Arbeit mit vorbildlichem Design auf Produktionsebene. 

Porclain in Lidköping, Anna Elzer Oscarson

Nudie Jeans – erfolgreich gegen den Trend

Stellen wir Architektur und Porzellan einen Augenblick zurück – und widmen uns der Textilbranche. Wer diese milliardenschwere Branche genauer unter die Lupe nimmt, sieht vielerorts auf der Welt Arbeitsverhältnisse und Löhne, die Angst machen. Aber es gibt Menschen, die sich dagegen wehren: Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen bescherten dem Göteborger Unternehmen Nudie Jeans unerwartete Erfolge. Die gesamte Unternehmenskette steht dafür ein, dass es allen Beteiligten gut geht – von den Beschäftigten der Baumwollplantagen über die Näherinnen und Designer bis hin zur Reparatur und zum Wiederverkauf gebrauchter Kleidungsstücke.

Design der nächsten Generation aus Borås

Bleiben wir bei nachhaltigem Design: die Textil- und Design-Stadt Borås – etwa eine Autostunde östlich von Göteborg – hat in den letzten zehn Jahren eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht: nie waren die Designer hier kreativer, und mit ihrem Textile Fashion Center, dem Textilmuseum, Smart Textiles und ihrer Textil-Hochschule hat die Stadt heute eine weltweit führende Rolle bei innovativem Design erobert. Auch der Stadtkern hat sich grundlegend gewandelt: dank zwei Kunstbiennalen – eine für Skulpturen und eine für Street Art – warten eine gigantische Freiluft-Galerie auf die BesucherInnen – mit faszinierenden Bemalungen von Wänden und Mauern und international diskutierten Skulpturen.

two women working

Fotograf: ROBERT DAHLBERG

In der Gegend von Borås liegt auch Schwedens älteste Leinenweberei, das Familienunternehmen Ekelund. Hier werden seit Ende des 17. Jahrhunderts Handtücher, Bettwäsche und Teppiche gewebt, die in vielen schwedischen Häusern nicht mehr wegzudenken sind. Im schwedischen „Textilreich“ in der Kommune Mark wird die spannende Geschichte der Webereien lebendig: Textilmuseen, Ausstellungen, Manufakturbesichtigungen und Führungen durch die Webereien zählen zu den Highlights. Vieles ist hier direkt ab Werk und Manufaktur zu sehr attraktiven Preisen erhältlich.

Streetart

Fotograf: ROBERT DAHLBERG

Svenskt Tenn – vom Wagnis, anders zu sein

Abschließend ist auch Estrid Ericson aus Hjo zu erwähnen – die Gründerin von Svenskt Tenn (schwedisches Zinn), heute einer der renommiertesten Design-Marken Schwedens. Gemeinsam mit Josef Frank betrat Estrid in der Zeit zwischen den Weltkriegen Neuland mit ihren farbenfrohen Mustern, oft inspiriert von der schwedischen Natur. Estrid wagte es, neu zu denken und dem ansonsten so „nackten“ funktionalen Stil von Inneneinrichtung ein warmes, ja gemütliches Gesicht zu geben.

Vielleicht ist es grade Estrids leidenschaftliche und gleichzeitig entspannte Einstellung, die einer neuen westschwedischen Design-Welle den Weg öffnete. Eins ist sicher: in Westschweden lässt man sich gern inspirieren – beim täglichen Kaffeetrinken mit Familie und Freunden, auf langen Waldwanderungen, bei faszinierender Aussicht über das Meer von hohen Granitfelsen aus – in stillen Augenblicken, wo man die Seele baumeln lässt, ganz zur Ruhe kommt und wo sich dann alle Sinne neuen Ideen öffnen.