Entdecken Sie die besonderen Details der Holzstadt Hjo
Hjos außergewöhnlich gut erhaltene Holzarchitektur hält an jeder Ecke kleine Überraschungen bereit. Von handgehobelten Holzfassaden und farbenfrohen Häusern bis hin zu besonderen Dächern und dekorativen Türmen – bei einem Spaziergang durch Hjo begegnet Ihnen die Geschichte auf Schritt und Tritt.
Was macht die Holzarchitektur in Hjo so besonders?
Hjos Holzstadt ist über viele Jahrhunderte gewachsen. Häuser wurden umgebaut, Fassaden erneuert und Farben verändert. Wer genauer hinsieht, entdeckt deshalb zahlreiche Details, die von unterschiedlichen Epochen, Handwerkstraditionen und dem Leben in einer schwedischen Kleinstadt erzählen.
Eine lebendige Kleinstadtgeschichte
Das Alter eines Hauses in Hjo lässt sich nicht immer auf den ersten Blick bestimmen. Ein Gebäude kann im 18. Jahrhundert errichtet, im 19. Jahrhundert neu verkleidet und im 20. Jahrhundert in einer anderen Farbgebung gestrichen worden sein.
Viele Gebäude tragen daher Spuren verschiedener Epochen. So vermittelt Hjo noch heute einen lebendigen Eindruck davon, wie eine schwedische Kleinstadt bis in die 1920er- und 1930er-Jahre aussah.
Farben aus der Natur
Viele Holzhäuser in Hjo zeigen noch heute Farbgebungen, deren Tradition bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Damals wurden häufig natürliche Erdpigmente wie Ocker, Umbra und Eisenoxid verwendet.
Rote Farbe kam vor allem bei Nebengebäuden zum Einsatz, während Wohnhäuser in warmen Rot-, Gelb- und Brauntönen gestrichen wurden. Durch das Mischen verschiedener Pigmente entstanden auch schöne Grüntöne – eine Tradition, die bis heute an den Fassaden der Stadt zu erkennen ist.
Dächer als Zeichen des gesellschaftlichen Status
In Hjo finden Sie sogenannte Walmdächer – eine Dachform, die im 18. Jahrhundert aus Südeuropa nach Schweden kam. Die abgeschrägten Giebelseiten waren nicht nur ein architektonisches Detail, sondern konnten auch den gesellschaftlichen Status der Hausbesitzer zum Ausdruck bringen.
Beispiele finden Sie in der Sjögatan 7 und rund um den Marktplatz, wo noch mehrere historische Gebäude erhalten sind.
Türme als dekorative Elemente
Die kleinen Türme, die an verschiedenen Gebäuden in Hjo zu entdecken sind, erfüllen keinen praktischen Zweck. Sie sind rein dekorative Elemente und typisch für die Architektur ihrer Zeit.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts löste sich die Architektur zunehmend von strenger Symmetrie und wurde verspielter und detailreicher. Beispiele dafür finden Sie in Hjo am Café Vete & Råg, am Missionshaus und am Sandtorget.
Fotograf: Rebecca Martyn
Handgehobelte Holzfassaden – eine Seltenheit
Die meisten Häuser wurden ursprünglich aus Holz errichtet und später mit einer Holzverkleidung versehen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bretter von Hand gesägt und gehobelt, wodurch die Fassaden ihren unverwechselbaren Charakter erhielten.
Heute sind solche Fassaden selten. In Hjo gibt es jedoch noch mehr als 70 Gebäude mit erhaltener handgehobelter Holzverkleidung. Besonders schöne Beispiele finden Sie in der Torggatan 8, Sjögatan 9 und auf Klings Gård in der Långgatan 10.
Fotograf: Jesper Anhede
Vertikale und horizontale Holzverkleidung
Werfen Sie einen genaueren Blick auf die Fassaden. Viele ältere Häuser in Hjo kombinieren horizontal angebrachte Holzbretter im Erdgeschoss mit vertikaler Holzverkleidung im Obergeschoss.
Diese traditionelle Bauweise sorgt für Abwechslung und prägt bis heute das charakteristische Straßenbild der Holzstadt.
Charmante Nebengebäude
Die kleinen Nebengebäude, die Sie überall in Hjo entdecken können, erfüllten im Laufe der Zeit ganz unterschiedliche Funktionen – vom Plumpsklo bis zum Holzschuppen.
Ihre Türen sind häufig mit diagonalen Streben in Kreuzform versehen. Diese sorgen nicht nur für Stabilität, sondern sind gleichzeitig ein dekoratives Detail. Ein einfaches und schönes Beispiel dafür, wie Funktion und Gestaltung in der Architektur der Holzstadt miteinander verbunden sind.
Fotograf: Rebecca Martyn
Mehr über Hjos Holzstadt erfahren
Möchten Sie noch mehr über Hjos Geschichte als Holzstadt erfahren? Besuchen Sie die Ausstellung „Fragmente aus Hjo“ (Skärvor av Hjo) im Kulturkvarteret. Der Eintritt ist frei.