Das Naturschutzgebiet Hjoåns Dalgång
Das Naturschutzgebiet ist eine grüne Oase mitten in der Stadt und bietet das ganze Jahr über wunderbare Naturerlebnisse. Folgen Sie dem Naturpfad entlang des Flusses Hjoån – vom Hafen von Hjo bis hin zum kleinen See Mullsjön, etwas westlich von Hjo. Ein üppig grüner, sich schlängelnder Weg, der zu einer historischen Wanderung, beeindruckender Wildnis und einem reichen Vogelleben einlädt – mitten in der Stadt.
KURZINFOS
GEGRÜNDET: 2001
STRECKE: ca. 4 km, vom Hafen bis Stämmorna am Mullsjön
WANDERWEG: JA, markierter, leicht begehbarer Naturpfad
ESSEN UNTERWEGS: JA, Restaurant Stampens Kvarn
WC (Trockentoilette): bei Stämmorna am Mullsjön
GEÖFFNET: Ganzjährig
NATURSCHUTZVERWALTUNG: Gemeinde Hjo
SCHUTZSTATUS: Teil des EU-weiten ökologischen Netzwerks geschützter Gebiete Natura 2000
Kurz über die Hjoåns Dalgång
Seit fast tausend Jahren spielen der Fluss Hjoån und sein Tal eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Stadt. Zunächst als Ankerplatz und Hafen, später für die frühe Industrie und heute als Naturschutz- und Erholungsgebiet mit leicht zugänglichen Wegen.
Eine Wanderung entlang des Hjoån ist daher auch eine Wanderung durch die Geschichte von Hjo.
Heute präsentiert sich das Tal als wunderschöner, grüner Naturraum – doch das war nicht immer so. Über viele Jahrhunderte hinweg wurden die Flächen außerhalb der Stadt von Weidevieh genutzt, bis hinunter zum Fluss. Das Tal war damals eine offene Landschaft, ganz anders als heute.
Die kleinen Mühlen und Schmieden entlang des Flusses entwickelten sich mit der Zeit zu Industriebetrieben. Mit dem steigenden Bedarf an Energie wurden um die Jahrhundertwende 1900 mehrere Dämme errichtet.
Als Mühlen, Stampfen und Industriebetriebe ihre Bedeutung verloren, veränderte sich das Landschaftsbild erneut. Die Gebäude verschwanden, die Dämme verfielen, und das Tal begann langsam zuzuwachsen und nahm nach und nach seine heutige Form an.
Entlang des Naturpfades stehen Informationstafeln, auf denen Sie mehr über die Geschichte des Tals, die frühe Industrie sowie die alten Mühlen und Dämme erfahren können.
Grebbans Mühle
Die Grebbans Mühle ist eines der ältesten erhaltenen Mühlengebäude entlang des Hjoån und stammt aus dem Jahr 1902. Der Mühlenstandort selbst ist jedoch deutlich älter – er existierte bereits im späten 17. Jahrhundert und trug damals den Namen „Såg Qvarn“, wie auf der Stadtkarte von Hjo aus dem Jahr 1696 zu sehen ist.
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Fotograf: Rebecca Martyn / Visit Hjo
Pflanzenwelt im Tal
An manchen Stellen ist das Tal steil und wirkt nahezu unberührt, an anderen fließt der Fluss durch Bereiche mit deutlichen Spuren menschlicher Nutzung. Die Vegetation variiert je nach Entfernung zum Wasser.
In den tiefer gelegenen, zeitweise überfluteten Bereichen entlang des Flusses wächst eine üppige Pflanzenwelt. Die Baumschicht besteht hauptsächlich aus Ahorn, teils auch aus Vogelkirsche. Entlang des Ufers finden sich Arten wie Weidenröschen, Schwertlilie, Sumpfdotterblume und andere Pflanzen, die feuchte Standorte bevorzugen.
In den Hängen kommen zunehmend Eiche, Espe, Eberesche und Hasel hinzu. In den oberen, offeneren Bereichen wachsen viele Arten, die typisch für Wiesen- und Weidelandschaften sind.
Im Frühling wird das Tal von Buschwindröschen bedeckt, begleitet von Straußfarn. Später folgen Maiglöckchen, Goldstern, Lungenkraut, Leberblümchen, Schlüsselblumen und Schachblumen. Zur Mittsommerzeit blüht die Waldmiere und legt sich wie ein Spitzenkleid über den Boden.
Hier wachsen auch alle drei in Schweden wild vorkommenden Springkraut-Arten: Blasses Springkraut, Drüsiges Springkraut und Kleinblütiges Springkraut.
Viele Pflanzen sind sogenannte Gartenflüchtlinge aus benachbarten Gärten, darunter Sibirischer Lerchensporn, Schneeglöckchen, Traubenhyazinthen, Goldregen und Johannisbeersträucher. Die Teiche im Tal sind mit Fieberklee und Seerosen bedeckt.
In der Nähe der Grebbans Mühle finden sich zudem alte Kulturpflanzen. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Landschaft hier offen, mit vereinzelten Bäumen und großen Wiesen. Typisch sind hier unter anderem Wald-Bingelkraut, Einbeere sowie der Gartenflüchtling Weißes Hainsimsenkraut.
Fotograf: Visit Hjo
Auch Pestwurz kommt hier häufig vor. Im Mittelalter war der Weg entlang des Flusses eine wichtige Verkehrsroute, die unter anderem von Mönchen aus Alvastra auf der anderen Seite des Vätternsees genutzt wurde. Sie pflanzten die Pestwurz an – eine imposante Pflanze mit rhabarberähnlichen Blättern und zartrosa Blüten, die im Frühling blühen. Die Wurzel wurde früher als Heilpflanze gegen Krämpfe und sogar gegen die Pest verwendet. Die Pestwurz ist nahe verwandt mit dem Huflattich.
Fotograf: Visit Hjo
Vogel- und Tierwelt im Tal
Die Vogelwelt ist vielfältig: Rund 50 Vogelarten brüten im Gebiet, ebenso viele nutzen es als Rastplatz. In der Nähe des Vätternsees kommen Entenvögel wie Schellente und Stockente vor.
Im Laubwald sind typische Arten unter anderem Mönchsgrasmücke, Gartengrasmücke, Rotkehlchen, Zaunkönig, Zilpzalp und Fitis. Die Gebirgsstelze brütet im Tal, ebenso wie Eulen. Im Winter rastet die Wasseramsel im Fluss.
Zu den Säugetieren zählen unter anderem Nerz, Iltis, Wühlmäuse, Mäuse, Igel, Eichhörnchen und Fledermäuse. Gelegentlich sieht man auch Rehe, Hasen, Füchse und Dachse.
Laichgebiet für Äsche und Forelle
Hier befindet sich eines der ertragreichsten Saiblingsvorkommen des Landes sowie der südlichste Bestand der Äsche in Schweden.
Der Hjoån ist außerdem ein wichtiges Reproduktionsgebiet für Seeforelle sowie für seltene Bodenlebewesen und Pflanzen. Viele Arten im Vätternsee stammen aus kälteren Klimaperioden oder aus der Zeit, als der See noch Teil der Ostsee war.
Der bekannteste Fisch des Flusses ist die Forelle – ein großer Raubfisch mit einem Gewicht von bis zu 10–12 kg. Sie ist silbrig mit dunklem Rücken und hellem Bauch und wird oft mit Lachs verwechselt. Die Forelle jagt meist nahe der Wasseroberfläche und ernährt sich unter anderem von Maränen, Stinten und Insekten.
Für ihre Fortpflanzung ist sie vollständig auf die Zuflüsse angewiesen. Je weiter sie flussaufwärts wandern kann, desto größer ist das Aufwuchsgebiet für den Nachwuchs.
Im Herbst, von Mitte Oktober bis Mitte November, wenn die Forellen flussaufwärts ziehen, können Sie an einer Forellen-Safari >> teilnehmen. Dabei begleitet Sie ein Guide auf ein abendliches Abenteuer, bei dem Sie den Fischen ganz nahekommen.
Die Safaris finden von Mitte Oktober bis Mitte November statt. Weitere Informationen und Buchung über die Touristeninformation Hjo.
Fotograf: Hans-Göran Hansson
Wandern oder Joggen im Naturschutzgebiet
Das Tal ist ein beliebtes Gebiet für Bewegung und Erholung. Sie können hier bequem wandern oder joggen entlang des Naturpfades.
Die gesamte Strecke vom Mündungsbereich des Hjoån im Hafen von Hjo bis zum Mullsjön beträgt etwa 5 Kilometer.
Der Naturpfad ist mit Holzschildern mit der Aufschrift „NATURSTIG“ markiert.
Starten Sie an der Mündung des Hjoån im Hafen von Hjo (das erste Schild steht bei der Gula Paviljongen). Folgen Sie anschließend den Holzschildern entlang des Flusses.
Nach etwa der Hälfte der Strecke erreichen Sie die Grebbans Mühle, die in der wärmeren Jahreszeit häufig Kunstausstellungen zeigt. Bis hierher sind Sie etwa 2,5 Kilometer vom Hafen aus gegangen oder gelaufen.
Anschließend führt der Weg weiter hinauf zum Mullsjön. Unterwegs überqueren Sie die Reichsstraße 195 (Karlsborg–Jönköping) über eine Unterführung. Am See angekommen erreichen Sie den Badeplatz Stämmorna, mit Grillplatz und WC (Trockentoilette).
Sehen Sie sich die Karte an, um den Wanderweg durch das Naturschutzgebiet Hjoåns Dalgång bis Stämmorna und rund um den Mullsjön zu verfolgen.