Wildbeobachtungen auf eigene Faust
Wer sich auf Entdeckungstour begibt und Elche und anderes Wild beobachten möchte, braucht viel Geduld. Im etwa 7000 Hektar großen Ökopark Halle- und Hunneberg leben ungefähr 80 Elche. In den 1980er-Jahren war dieses Gebiet das mit der weltweit größten Elchdichte, doch inzwischen muss man schon Glück haben, wenn man einen erspähen kann, denn es gibt kein Gehege. Die Tiere sind frei und können sich uneingeschränkt bewegen. Die besten Chancen auf einen Elch und andere wilde Tiere hat man früh im Morgengrauen oder bei Einsetzen der abendlichen Dämmerung.
ROUTE
Die um den Berg herum verlaufende Hauptstraße Ringvägen ist ca. 23 km lang und die Fahrzeit beträgt etwa eine Stunde. Hoffentlich dauert die Runde länger, denn das würde bedeuten, dass Sie Tiere entlang des Wegs entdecken!
Fahren Sie langsam, mit ca. 20 km/h, und spähen Sie tief in den Wald hinein. Startpunkt Ihrer Tour ist der große Parkplatz des Bergagården, von dort biegen Sie links ab auf den Ringvägen.
Eine Karte finden sie auf Fremdenvekhersbüros in Trollhättan und Vänersborg.
Eldmörjan
In 300 m Entfernung vom Parkplatz liegt der See Eldmörjan, in dem Sie Biber entdecken können. Anschließend führt Sie der Weg an einigen Bergkanten vorbei von denenes hier einst 23 Stück gab, die alle bewohnt waren.
Rothirsche
Im Gebiet entlang der ersten 5 km der Tour leben zahlreiche schöne Rothirsche, die aber leider sehr scheu und daher nur schwer auszumachen sind. Nach den Elchen sind die anmutigen Rothirsche die weitgrößte Hirschart, wobei man die Männchen Hirsche und die Weibchen Hirschkühe nennt. In der Brunfzeit im September ist der Rothirsch an seinem lauten Röhren zu erkennen, einem dumpfen Brüllen.
Floutsikten - hier lohnt sich ein Stopp!
Der beeindruckende Aussichtspunkt Flo bietet einen traumhaften Blick über Dättern, eine schmale Bucht des Vänern-Sees, und über die fruchtbaren Ebenen im Osten. Hier empfiehlt sich ein Fernglas, wenn man Rehe, Hirsche und Wildschweine auf den Äckern unterhalb des Bergs genauer beobachten möchte. Sie befinden sich nun in einem Randwald, der aus mehreren hundert Jahre alten Eichen und Kiefern besteht.
Elche
Die großen Ohren, das markante Maul und der Kinnbart, dazu der charakteristische Buckel des Widerrists - all das macht den Elch einzigartig und unverwechselbar mit anderen Tieren. Männchen und Weibchen bzw. Elchbulle und Elchkuh unterschieden sich in erster Linie dadurch, dass nur die Bullen ein Geweih tagen. Ein weiterer Unterschied liegt in der Färbung des Fells: Das Hinterteil der Weibchen ist viel heller als jenes der Männchen.
Elche haben ein ausgezeichnetes Gehör, und ihr Geruchssinn ist dem eines Hundes um das Vierfache überlegen. Drohen also Gefahren in seiner Umgebung, kann der Elch diese mühelos wittern - je nach Windrichtung in bis zu 5 km Entfernung. Außerdem können Elch auch miteinander kommunizieren, und zwar im Abstand von bis zu 3 km voneinander.
Von September bis Oktober ist Brunftzeit. Die Bullen streifen dann die Basthaut des Geweihs ab, die Fellfarbe wechselt, und ihr Körperbau verändert sich, um einen möglichst starken, kräftigen Eindruck zu machen. Die Kälber werden im Mai/Juni geboren und haben in den ersten beiden Monaten ein rötlichbraunes Fell. Meistens trägt eine Kuh ein Tier aus, aber auch Zwillinge sind keine Seltenheit.
Alljährlich zwischen November und Januar wirft der Bulle sein Geweih ab, und im Frühjahr wächst es wieder nach. Einem gesunden Bullen wächst dann jedes Jahr ein größeres, dickeres Geweih, meist mit einem zusätzlichen Ende. Ein Geweih kannam Tag bis 3 cm wachsen.
Jonstorp
Jetzt kommen Sie auf ein echtes Elchgelände zu, also heißt des langsam fahren und aufpassen.
Königlichte Jagd
Im Jahre 1351 erklärte König Magnus Eriksson die Berge zum „Königspark" un knapp 200 Jahre später bestimmte König Gustav Wasa, dass die Jagd auf den Bergen dem König vorbehalten sei. Seit der Zeit König Magnus' sind die Berge staatliches Eigentum. 1885 führte man die königliche Jagd ein, die bis heute Tradition ist und während der die Berge für andere Besucher nicht zugänglich sind. Aktuell werden jedoch hauptsächlich Rothirsche und Wildschweine gejagt, da deren Bestände stark zugenommen haben.
Ende der 1970er-Jahre gab es eine Phase, in der während der königlichen Jagd sage und schreibe rund 70 Elche erlegt wurden. Damals zählte der Elchbestand in den Bergen ca. 350 Tiere, heute sind es noch etwa 80. Bei der letzten königlichen Elchjagd 2018 erlegte man vier Tiere. In Schweden leben ungefähr 300 000 Elche, und alljährlich werden ca. 80 000 gejagt.
Wildschweine
Rund 200 Jahre lang hatten wir hier auf den Bergen keine Wildschweine - egentlich in ganz Schweden nicht. In den letzten Jahren sind sie allerdings wieder in unsere Wälder eingezogen, und zwar ziemlich massiv. Da die scheuen Wildschweine nachtaktiv sind, bekommt man sie am Tag nur selten zu sehen. Aber ihre Spuren sind deutlich zu erkennen: am aufgewühlten Boden, an umgestürzten Bäumen und Abgerissenen Wurzeln. Eine Bache kann bis zu dreimal im Jahr trächtig sein und jeweils 6-10 Frischlinge werfen, was die rasch wachsende Population erklärt.
Älvutsikten
Gleich hinter Älvutsikten, einem schönen Aussichtsplatz, ist auf der rechten Seite ein Salzstein zu finden. Für die Elche werden Salzsteine aufgestellt, damit sie ausreichend Salz und Mineralen zu sich nehmen, die sie vor allem für die Bildung des Geweihs benötigen.
In diesem Gebiet lebt u. a. eine Elchkuh mit ihren beiden Kälbern. Normalerweise trägt eine Kuh nur ein Tier aus, aber es kommt durchaus auch zu Zwillingsgeburten. Ein Kalb bleibt ein Jahr lang bei seiner Mutter, und wenn sie im Mai wieder trächtig ist, versucht sie, das Einjährige zu vertreiben. Dabei kann sie recht aggressiv vorgehen und das Kalb sogar treten und beißen, wenn es nicht versteht, dass es seiner Wege gehen soll. Für ein Kalb, das dann fast ein Jahr lang sicher und geborgen mit seiner Mutter gelebt hat, ist dies ein äußerst verwirrendes, schockierendes Erlebnis, und so sind umherirrende Kälber häufig die Ursache von Verkehrsundfällen.
Jetzt sind es nur noch 2 km, dann haben Sie den ganzen Berg einmal umrundet. Wir boffen, Sie waren auf Hunneberg erfolgreich und konnten einige Tiere entdecken!