Slaskegatan in Strömslund
Trollhättan
Der Stadtteil Strömslund ist Schwedens ältestes geplantes Eigenheimgebiet. Dort wurden schmale Reinigungs- und Versorgungswege zur Abfallsammlung angelegt – die sogenannten „Slaskegator“. Eine dieser Gassen wurde nun renoviert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Auf der westlichen Seite des Göta älv, unweit des Zentrums von Trollhättan, liegt das Wohngebiet Strömslund, das im Jahr 1889 angelegt wurde. Der Gründer, der deutsche Ingenieur Eduard Leopold Albert, wollte ein gesundes und geordnetes Wohngebiet für Arbeiter schaffen. Dies spiegelt sich auch im Grundriss des Viertels sowie in der 1902 veröffentlichten Beschreibung des Stadtteils wider.
Die Quartiere folgen einem Schachbrettmuster, und die Häuser wurden freistehend errichtet. Öffentliche Gebäude wie Freikirchen, Versammlungslokale und Schulen wurden in der Regel auf den höchsten Punkten des Gebiets platziert. Quer durch die Blocks wurden Reinigungswege mit Drainage- und Abwassersystemen, Abfallgruben und Müllhäusern angelegt. Entlang dieser Wege befanden sich auch Plumpsklos, Schlachthäuser, Schweineställe, Brauhäuser und Holzschuppen. Der Abfall war dadurch leicht für die Sammelwagen zugänglich, die durch die Gassen fuhren. Im Volksmund wurden diese Gassen daher „Slaskegator“ genannt.
Mit der Zeit verloren diese Gassen ihre ursprüngliche Funktion. Viele Nebengebäude wurden abgerissen, während neue für modernere Zwecke errichtet wurden. In den 1970er-Jahren wurde das gemeinschaftliche Land in den Gassen in Privatgrundstücke umgewandelt und vielerorts zusätzlich mit neuen Nebengebäuden bebaut.
Die Slaskegatan im Quartier Frigga hingegen hat im Laufe der Jahre nur wenige Veränderungen erfahren. Hier sind die meisten Nebengebäude erhalten geblieben, darunter auch das einzige noch existierende Müllhaus aus Alberts Zeit. Auf Initiative der Stadt Trollhättan wurden diese Gebäude nun sorgfältig restauriert. Die Gasse wurde zudem von Gestrüpp und Unkraut befreit und hat wieder den Status als Gemeinschaftsfläche erhalten. Damit ist eine der Slaskegator in Strömslund erneut offen und für alle zugänglich.
Trotz der damaligen Planung für Hygiene und Ordnung war die Slaskegatan früher wohl übelriechend und laut. Heute ist sie stattdessen eine pittoreske, ruhige Gasse, die sich durch die typisch falunroten Häuser schlängelt. Gleichzeitig ist sie ein historisches Zeugnis, das von einer vorausschauenden sozialen Stadtplanung und vom Alltagsleben der Menschen in Strömslund um die Jahrhundertwende 1900 erzählt.